Kleinwagen – Der dynamische Kleinwagen

Der Ford Fiesta, dieser Kleinwagen ist ein seit 1976 gebauter Kleinwagen (Projektname: Bobcat) der Ford Motor Company. Er wird inzwischen in der sechsten Modellgeneration gebaut. Die Nummerierung schließt jedoch auch kleinere und größere Facelifts mit ein. Im einzelnen gab es folgende Generationen:

Fiesta Mk1 / Mk2 (Mai 1976 bis Februar 1989)

Mk1 / Mk2

Der Fiesta wurde als Dreitürer und Kleinlieferwagen gebaut. Die verschiedenen Varianten waren mit 1,0-, 1,1- und 1,3-Liter sowie 1,6-Liter-Benzinmotoren erhältlich. Als Vorläufer zum späteren XR 2 mit 1,6-Liter und 84 PS gilt der Fiesta Super S mit wahlweise 1,1-Liter- und 1,3-Liter-Motor. Er nahm auch das Design der Seitenstreifen vorweg (Baujahre: 1980–1981). Aus der Motorsportabteilung gab es überdies noch im gleichen Zeitraum den Fiesta X mit 1,1-Liter-Motor und 70 PS (Basis war der Fiesta Ghia). Auch er besaß das spätere Karosseriedesign des XR2, nur ohne Seitendekor. Als Motor in den Basismodellen wurde der OHV-Motor eingesetzt, ein 4-Zylinder-Motor mit je zwei Ventiltechnik und Vergaser.

Mit dem Facelift des Modelljahres 1982 erfuhr der Fiesta zahlreiche Veränderungen. Auf den ersten Blick fallen die neuen, größeren Stoßfänger mit Kunststoffecken ins Auge.

Mk1 / Mk2

Auch der Fiesta ’84 war im Grunde ein weiteres Facelift, jedoch mit einer neu gestalteten Front und einer vom bisherigen Design komplett abweichenden Innenausstattung. 1985 rollte der erste Fiesta mit einem Dieselmotor (1,6 Liter, 40 kW, 54 PS) vom Band. Die Sportversion hatte jetzt 71 kW (96 PS) und hieß weiterhin “XR2”. Im Kölner Werk wurden einige Cabrio-Modelle gefertigt, hauptsächlich für den angelsächsischen Markt. Diese Modellvariante gilt heute als selten. Neu war ein ab 1986 lieferbarer 1,4-Liter-Motor mit 54 kW (73 PS). Neu und einmalig war ab 1987 in der Kleinwagenklasse das stufenlose CTX-Automatikgetriebe des Fiesta.

Fiesta Mk3 (August 1988 bis Juli 1996)

Mk3

Der Fiesta ’89 (Code: GFJ) war der erste Fiesta, der auch mit fünf Türen gebaut wurde. Der stärkste serienmäßig verbaute Motor (in Deutschland) war nur von 1992 bis 1993 in der sportlichen Modellvariante “XR2i” erhältlich: ein 1,8-Liter-Zetec-Benziner mit 16 Ventilen und 96 kW (130 PS). Der XR2i war auch äußerlich durch Seitenschweller und andere Stoßstangen sportlicher ausgelegt als das Serienmodell. In England und in einigen anderen Ländern (hauptsächlich im BENELUX und Frankreich) wurde noch von Dezember 1989 bis Juli 1997 der Fiesta RS Turbo angeboten, mit dem 1,6-Liter-Turbomotor mit 132 PS. Es wurden 4.307 Stück (inklusive Rechtslenker) dieses Modells gebaut. Die Front Stoßstange ist gegenüber der vom XR2i leicht verändert. Sie hat keinen Kühlergrill, um den Luftfluss zu verbessern. Außerdem hat sie einen Ausschnitt für den Kühlerlüfter. Grüne Zierstreifen statt blau wie beim XR2i üblich. Verstärktes Fahrwerk, Tachoanzeige bis 240 km/h anstatt 220 km/h. Anders dagegen war der von 1992 bis 1994 gebaute Fiesta “S” optisch kaum verändert, aber ebenfalls mit einem 1,8-Liter-16V-Motor und 77 kW (105 PS). 1994 wurde das Modell GFJ einem Facelift unterzogen, das eine Überarbeitung optischer (unter anderem der Spiegel und Blinker) sowie technischer und sicherheitrelevanter (Fahrer-/Beifahrer-Airbag, Seitenaufprallschutz, Gurtstraffer) Details vornahm. Von August 1995 bis Produktionsende wurde der Fiesta ’89 noch als “Fiesta Classic” angeboten, so dass auch nach dem Produktionsstart des Fiesta ’96 das Modell ’89 als Neuwagen bestellt werden konnte. Diese Modelle kamen allerdings ausschließlich aus dem Spanischen Werk Valencia und waren von nicht so berauschender Qualitat. Auf der Fiestabasis wurde ebenfalls der rostanfällige Lieferwagen Courier als LKW bzw. PKW mit Sitzbank hinten angeboten.

Fiesta Mk4 (November 1995 bis September 1999)

Mk4

Der Fiesta ’96 war ein äußerst umfangreiches Facelift des 1989er Fiesta, so dass man auch hier von einem komplett neuen Modell sprechen kann. Die Plattform war aber immer noch weitgehend identisch mit dem Vorgängermodell. Er wurde in Brasilien sogar als Pickup verkauft. Der Mazda 121 dieser Zeit war ein in den Fordwerken Köln gebauter Fiesta ’96 mit einigen mazdaspezifischen Modifikationen. Die Modellbezeichnung für den Dreitürer lautet JBS, die für den Fünftürer JAS. Das Motorenangebot umfasste Diesel- und Benzinvarianten: Der 1,3 Liter-Benzinmotor mit 37 kW (50 PS) und 44 kW (60 PS), welcher noch aus den Vorgängermodellen stammte und bei welchem das Ventilspiel noch alle 15.000 km mittels Fühllehre eingestellt werden musste. Neu im Fiesta waren das 1,25 Liter-16V-Aggregat mit 55 kW (75 PS) und ein 1,4 Liter-16V-Aggregat mit 66 kW (90 PS). Beide bestanden aus leichten Materialien wie Aluminium (Kurbelgehäuse und Zylinderkopf) und Magnesium (Ventildeckel). Sie wurden in Zusammenarbeit mit Yamaha entwickelt. Einziger Diesel ist der aus Escort und Mondeo bekannte schwere Graugussblock mit 1,8 Liter Hubraum. Er leistet hier allerdings ohne Turbolader nur 44 kW (60 PS). Auch eine Reihe von Ausstattungslinien und Sondermodellen wurde über die Jahre angeboten, so Focus, Flair, Fun, Ghia, GT, Style, Style Cool, Style Family und viele weitere.

Wie bei seinen Vorgängermodellen ist auch beim 1996er Fiesta leider frühzeitige Korrosion an Bodengruppe und Radläufen ein verbreitetes Problem. Fahrwerksseitig sind ebenfalls die “alten Gebrechen” wie ausgeleierte Gummibuchsen an den Querlenkern wieder sehr weit verbreitet. Die Modelle mit massiven Bremsscheiben ohne Innenbelüftung sind sehr verschleißfreudig. Wartungsintervall bei allen Motorvarianten 15.000 km oder einmal pro Kalenderjahr. Der Wechsel der Zahnriemen erfolgt bei der 1,25 Liter- und 1,4 Liter-Version alle zehn Jahre oder 150.000 km. Die 1,3 Liter-Version besitzt eine Steuerkette, somit ist kein Zahnriemenwechsel nötig. Wartungen sind ansonsten unproblematisch ohne viele Zusatzarbeiten.

Wie beim Vorgänger wurde der Fiesta bis zum Bauende auch wieder als Courier mit LKW- und PKW-Zulassung angeboten.

Fiesta Mk5 (September 1999 bis November 2001)

Mk5

Der Fiesta ’96 Facelift erhielt unter anderem eine neu gestaltete Frontpartie und neue Stoßfänger vorn und hinten und löste damit die ovale Front des ursprünglichen Fiesta ’96 ab. Endlich bekommt der Fiesta 14″-Räder und innenbelüftette Scheibenbremsen vorn und Seitenairbags serienmäßig, und sieht nun mit den optischen Retuschen und den größeren Rädern etwas kräftiger aus. Die Motorvarianten wurden um einen 1,6ltr. Benziner und den erstarkten 1,8ltr. Diesel erweitert und der 1,4ltr. verschwand wieder in der Versenkung. Die beiden 1,3-Liter-Motoren sind bis auf die Drosselklappe identisch, weshalb diese häufig bei Tuningmaßnahmen ausgetauscht wird. Ein Gutachten dafür ist bei Ford bzw. Ford-Händler im Datenbuch Technik erhältlich. Neben den “kleineren Versionen” gab es kurz vor Bauende ab Baujahr 2000 noch die Sportversion mit dem 76 kW (103 PS) Motor, 15-Zoll-Alufelgen, Schwellerpaket, Gittergrill runden Nebelscheinwerfern, Sonderfarbe Racingblue und spezieller Innenausstattung. Die Modellbezeichnungen blieben zum Vorgänger erhalten und lauten beim Dreitürer JBS und JAS für den Fünftürer.

Fiesta Mk6 (ab November 2001)

Mk6

Dieser Fiesta wurde als völliges Neukonzept begonnen. Nach über 25 Jahren war die Zeit überfällig, einen wirklich neuen Fiesta zu präsentieren, der auch auf einer komplett neuen Plattform aufbaut. Im Vergleich zum Fiesta ’96 ist das Auto “erwachsener” geworden. Die bisher auf dem Fiesta basierende Lieferwagenvariante “Courier” wird durch den Transit Connect (Kastenwagen) bzw. Tourneo Connect (Kombi) ersetzt. Im November/Dezember 2004 ist auf dem schweizerischen und englischen Markt der Fiesta ST mit 150 PS eingeführt worden. In Deutschland erschien dieses PS-starke Fahrzeug im Frühjahr 2005 und wurde damit das Zugpferd der Fiesta-2002-Modellgeneration. Das Modell 2002 wird in den Ausstattungsvarianten Basis, Ambiente, Trend, Sport und Ghia angeboten. Des weiteren gab es viele Sondermodelle wie 1st-Edition, Viva, Viva X, Futura, Blues, Finesse 100 und We will Rock you. Die Motorenpalette reicht, abgesehen vom Fiesta ST, von einem 1,3-Liter-Benziner mit 44 kW (60 PS) bis hin zu einem 1,6-Liter-16V-Motor mit 74 kW (100 PS). Als Diesel (TDCi) gibt es ihn mit 50 und 66 kW (68/90 PS).

Fiesta 2002 Facelift (Oktober 2005 bis März 2008)

Mk6

Der Fiesta 2002 Facelift Freshening beinhaltet unter anderem eine neu gestaltete Heck-/Frontpartie und vor allem einen hochwertiger anmutenden Innenraum mit eingelegten Hartgummi-Partien, der sich durch unterschiedlich wählbare Farben auszeichnet. Außerdem sollen vier neue Metallic-Lackierungen (“Exotic-Gelb”, “Manzana-Grün”, “Tango” und “Viola”) Käufer locken. Weitere Neuheiten sind ein AUX-IN-Eingang zum Anschluss eines MP3-Players, Bluetooth-/Voice-Control-Funktionen, Licht- und Scheibenwischerautomatik, Bordcomputer, eine automatische Klimaanlage und anklappbare Außenspiegel. Das neue Modell ist seit dem 12. November 2005 in den Ausstattungsvarianten Ambiente, Trend, Sport und Ghia erhältlich. Zusätzlich gibt es noch die Editionsmodelle Fun und Connection und die Sportvariante ST. Die Motorisierung der benzinbetriebenen Ford Fiesta beginnt mit dem 1,3-Liter-Duratec-Motor mit 44 kW (60 PS) und endet mit dem 2,0-Liter-Duratec-ST mit 110 kW (150 PS). Zudem gibt es zwei Diesel-Fahrzeuge mit einem 1,4-Liter-Duratorq-TDCi-Turbodiesel-Motor 50 kW(68 PS) und einem 1,6-Liter-Duratorq-TDCi-Turbodiesel 66 kW (90 PS). Beide Dieselmotoren wurden in Zusammenarbeit mit dem PSA-Konzern entwickelt.

Fiesta Mk7 (seit 2008)

Mk7

Einen Vorgeschmack auf das neue Modell gab bereits die Design-Studie “Verve”, die 2007 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) vorgestellt wurde. Im März 2008 wurde auf dem Genfer Auto-Salon das Serienmodell vorgestellt. Alle Fiesta haben eine elektrische Servolenkung (EPAS), Antiblockiersystem, innenbelüftete Scheibenbremsen vorn, Trommelbremsen hinten, ESP mit Bremsassistent, vier Airbags, Knieairbag für den Fahrer, elektrisch verstellbare Spiegel mit integrierten Blinkleuchten, eine in Höhe und Reichweite einstellbare Lenksäule, Pollenfilter, Drehzahlmesser, eine 40/60 geteilte Rücksitzlehne und Zentralverriegelung (ab Trend mit Funkbedienung). Alle Modelle können gegen Aufpreis mit zusätzlichen Kopf-Schulter-Airbags ausgestattet werden.

Zur Markteinführung gab es vier Benzin-Motoren mit 44 bis 88 kW sowie einen Dieselmotor mit 66 kW, die alle die Euro-4-Norm erfüllen. Das automatisierte Fünf-Gang-Schaltgetriebe Durashift-EST des Vorgängermodells ist nicht mehr im Programm; eine Vier-Gang-Automatik ist nur mit dem 71-kW-Benzinmotor erhältlich. Seit Januar 2009 ist zusätzlich ein 55-kW-Dieselmotor lieferbar; beide Common-Rail-Dieselmotoren haben Turbolader und Partikelfilter (DPF). Seit dem Modelljahr 2010 erfüllen die beiden 1,25-l-Benzinmotoren die Euro-5-Norm. Bei der Wahl zum Auto des Jahres 2009 erreichte der Fiesta Platz 2 und wurde nur um einen einzigen Punkt vom Opel Insignia geschlagen. Es war das knappste Ergebnis in der Geschichte dieser Auszeichnung.

Fiesta Mk8 (seit 2017)

Mk8

Am 29. November 2016 wurde die achte Generation des Fiesta bei einem Go Further-Event im Werk Köln-Niehl offiziell vorgestellt. Produktion und Auslieferung sollen Mitte 2017 starten.

Im Vergleich zum Vorgänger ist das neue Modell um sieben Zentimeter länger und misst rund 4,04 Meter, außerdem ist es um 1,2 cm breiter. Im Cockpit ist ein 8-Zoll-Touchscreen-Monitor mit HD-Auflösung verbaut, auf dem der neueste Infotainment-Generation Sync 3 läuft. Für das Modell stehen 15 verschiedene Assistenzsysteme zur Verfügung, unter anderem ein Notbremsassistent, der nun auch nachts für Fußgänger bremst, ein Einpark-Assistent, ein Fernlicht-Assistent sowie einen Abstandsregeltempomat.

Auf dem 87. Genfer Auto-Salon im März 2017 präsentierte Ford den neuen Fiesta ST. Dieser entwickelt aus einem 1,5-Liter-Dreizylinder-EcoBoost-Motor mit Zylinderabschaltung 147 kW (200 PS) und beschleunigt in 6,7 Sekunden auf 100 km/h. Er kommt im Frühjahr 2018 auf den Markt.